Unfallbilanz 2025: Prävention ist der beste Versicherungsschutz
© reinhard winklerUnser Experte GD Othmar Nagl zum Thema
Die aktuelle Unfallbilanz 2025 des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zeigt deutlich: Unfälle passieren nicht nur auf der Straße – sie passieren vor allem zu Hause. 824.400 Menschen mussten im vergangenen Jahr nach einem Unfall in Österreich ambulant oder stationär im Krankenhaus behandelt werden. Die Behandlungskosten belaufen sich auf rund drei Milliarden Euro.
Als Versicherung ist es unsere Aufgabe, im Schadenfall zu helfen. Aber noch wichtiger ist mir persönlich die Schadenprävention. Denn jeder verhinderte Unfall bedeutet vor allem weniger Leid für Betroffene und Angehörige, aber auch weniger finanzielle Belastung für das Gesundheitssystem und die Solidargemeinschaft.
Ich möchte nun einen Blick auf die für mich wichtigsten Erkenntnisse aus der Presseunterlage des KFV werfen.
Die größte Gefahr lauert im eigenen Haushalt
Mit 334.500 Verletzten ereignen sich die meisten Unfälle im Haushalt – deutlich vor Freizeit, Arbeit oder Verkehr. Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg von Stürzen beim Gehen im Wohnbereich (+21 Prozent). Gerade hier zeigt sich: Viele Risiken entstehen im Alltag und werden unterschätzt.
Lose Teppiche, schlechte Beleuchtung oder fehlende Haltegriffe können schwerwiegende Folgen haben – vor allem für ältere Menschen.
Senioren besonders betroffen – auch in Oberösterreich
Die Zahl der verletzten Personen über 65 Jahre ist österreichweit auf einen Höchststand von 266.100 gestiegen. Der demografische Wandel verstärkt diese Entwicklung zusätzlich. Nach Wien zählt Oberösterreich mit 140.800 Verletzten aller Altersgruppen zu den am stärksten betroffenen Bundesländern.
Gerade im Alter führen Stürze häufig zu langfristigen gesundheitlichen Einschränkungen. Maßnahmen wie rutschfeste Matten, gute Beleuchtung, regelmäßiges Gleichgewichtstraining oder einfache Adaptierungen im Wohnraum können hier entscheidend sein.
Sport und Verkehr: Kopfverletzungen nehmen zu
Auch im Freizeit- und Verkehrsbereich zeigen sich besorgniserregende Trends. Die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr ist um über sechs Prozent auf 97.800 gestiegen. Besonders auffällig ist der hohe Anteil an Fahrrad-, E-Bike- und E-Scooter-Unfällen.
Das KFV empfiehlt daher ausdrücklich das Tragen eines Helms – unabhängig vom Alter. Physikalisch betrachtet entspricht ein Sturz mit 20 km/h einem Aufprall aus mehreren Metern Höhe. Und ein Helm kann schwere Kopfverletzungen verhindern.
Die Unfallstatistik zeigt klar:
- Kinder verletzen sich häufig im Haushalt und bei Freizeitaktivitäten.
- Jugendliche unterschätzen oft Risiken im Sport.
- Erwachsene zwischen 25 und 64 Jahren verzeichnen ebenfalls steigende Unfallzahlen.
- Senioren sind besonders von Sturzunfällen betroffen.
Prävention ist daher keine Frage des Alters – sondern eine Frage der Aufmerksamkeit. Denn die beste Schadenbilanz ist jene, bei der der Schaden gar nicht erst entsteht.
Bitte bedenken Sie jedenfalls eines:
Sollten Sie dennoch einen Unfall haben und sich verletzen, kann das schwerwiegende Folgen haben und Ihr Leben verändern. Daher ist in jedem Fall der Abschluss einer privaten Unfallversicherung ratsam. Diese springt im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung ein, wenn Sie sich zum Zeitpunkt des Unfalls nicht am direkten Weg von oder zu Ihrer Arbeits- oder Ausbildungsstätte nach Hause befinden. Und wie aus dem Beitrag hervorgeht, passieren die meisten Unfälle schließlich in der Freizeit.
Alles Gute und eine unfallfreie Zeit,

