Logo der Oberösterreichischen Versicherung

Akkubrand: Wie er entsteht und wie Du ihn verhinderst

Ob Smartphone, E-Bike, Akkuschrauber oder Balkonkraftwerk – Lithium-Ionen-Akkus stecken heute in den meisten Alltagsgeräten. Sie sind leistungsstark, langlebig und bei richtiger Handhabung sicher. Kommt es dennoch zum sogenannten "thermischen Durchgehen" (thermal runaway), kann daraus in kürzester Zeit ein Brand entstehen, der sich nur schwer kontrollieren lässt. Wer die häufigsten Ursachen kennt, kann das Risiko deutlich senken.

Wie ein Akkubrand entsteht

Im Inneren einer Lithium-Ionen-Zelle laufen bei Beschädigung, Überhitzung oder Fehlern in der Ladeelektronik unkontrollierte chemische Reaktionen ab. Steigt die Temperatur in der Zelle über einen kritischen Wert, beginnt eine Kettenreaktion: Eine Zelle erhitzt die nächste, der Prozess beschleunigt sich selbst und ist von außen kaum noch zu stoppen. Genau das macht Akkubrände so gefährlich.

 

Die häufigsten Ursachen im Überblick

  • Mechanische Schäden: Ein heruntergefallener Akku, ein Sturz mit dem E-Bike oder ein Quetschschaden können die Zellstruktur im Inneren beschädigen, ohne dass von außen etwas sichtbar ist.
  • Falsches oder minderwertiges Ladezubehör: Ladegeräte ohne passende Spezifikation oder ohne Sicherheitszertifizierung (z.B. CE-Kennzeichnung) können Überspannung oder Überhitzung verursachen.
  • Dauerhaftes Laden über Nacht oder am Stück auf 100 %: Ständige Volladung und lange Standby-Zeiten am Ladegerät belasten den Akku zusätzlich.
  • Extreme Temperaturen: Direkte Sonneneinstrahlung im Auto, Lagerung neben Heizkörpern oder Frost setzen Akkus zusätzlich unter Stress.
  • Billige oder nicht zertifizierte Akkus: Vor allem bei E-Scootern, E-Bikes und Ersatzakkus aus dem Graumarkt fehlt häufig ein funktionierendes Batteriemanagementsystem.
  • Alter und Verschleiß: Mit zunehmender Nutzungsdauer steigt die Wahrscheinlichkeit für innere Defekte, insbesondere bei sichtbaren Verformungen ("Aufblähen") des Akkus.

     

Warnzeichen, die auf ein erhöhtes Risiko hindeuten

Ein aufgeblähtes Gehäuse, ein ungewöhnlicher Geruch, starke Erwärmung im Betrieb oder beim Laden sowie Zischgeräusche sind typische Anzeichen dafür, dass ein Akku beschädigt ist. In solchen Fällen sollte das Gerät nicht weiterverwendet und möglichst im Freien oder an einem sicheren, nicht brennbaren Ort gelagert werden, bis eine fachgerechte Entsorgung erfolgt.

 

Worauf beim Umgang mit Akkus grundsätzlich zu achten ist

  • Nur Originalladegeräte oder zertifiziertes Zubehör des Herstellers verwenden
  • Akkus nicht unbeaufsichtigt über Nacht laden
  • Lagerung und Ladung nicht in unmittelbarer Nähe zu leicht brennbaren Materialien (Vorhänge, Polstermöbel, Fluchtwege)
  • Akkus vor starker Hitze, Frost und direkter Sonneneinstrahlung schützen
  • Beschädigte oder aufgeblähte Akkus nicht mehr verwenden und fachgerecht entsorgen (z. B. über kommunale Sammelstellen)
     

Fazit

Ein Akkubrand entsteht selten ohne Vorwarnung. Wer auf den Zustand seiner Akkus achtet, geeignetes Ladezubehör verwendet und typische Warnzeichen ernst nimmt, senkt das Risiko erheblich. Vollständig ausschließen lässt sich die Gefahr jedoch nie – weshalb ein aufmerksamer Umgang mit Akkus im Alltag der wichtigste Schutz bleibt.