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Ein Beitrag von unseren Expert:innen: GD Nagl zu sicher durch den Sommer

Sommer und Wasser gehören zusammen – doch Seen, Flüsse, Schwimmbäder und Pools bergen auch Risiken. Mit einfachen Sicherheitsmaßnahmen, einer realistischen Selbsteinschätzung und besonderer Aufmerksamkeit für Kinder lassen sich viele Bade- und Schwimmunfälle vermeiden. Erfahren Sie, worauf es für einen sicheren Badesommer ankommt.

So vermeiden Sie Bade- und Schwimmunfälle

 

Sommer, Sonne, Abkühlung: Für viele gehört ein Sprung ins kühle Nass zu den schönsten Seiten der warmen Jahreszeit. Ob Freibad, See, Fluss oder eigener Pool – Wasser bietet Erholung und Spaß, birgt aber auch Risiken. Denn jedes Jahr passieren zahlreiche Bade- und Schwimmunfälle, manche davon enden tragisch.

Dabei wären viele Unfälle durch mehr Aufmerksamkeit, realistische Selbsteinschätzung und die Einhaltung einfacher Sicherheitsregeln vermeidbar. Denn nicht nur ungeübte Schwimmerinnen und Schwimmer sind gefährdet: Auch erfahrene Badegäste unterschätzen häufig die Gefahren von freien Gewässern, Strömungen oder der eigenen körperlichen Belastbarkeit.
 

© reinhard winkler

Unser Experte GD Othmar Nagl zum Thema


 

Wie sicher sind Ihre Schwimmkenntnisse?


Wer denkt, dass in Österreich alle Erwachsenen problemlos schwimmen können, irrt. Laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) schätzt jede vierte Person ihre Schwimmfähigkeiten als „unsicher“ oder „mittelmäßig“ ein.


Gerade in natürlichen Gewässern werden die eigenen Fähigkeiten oft überschätzt. Kälte, Strömungen, größere Distanzen oder plötzlich auftretende Kreislaufprobleme können auch geübte Schwimmerinnen und Schwimmer in gefährliche Situationen bringen.


Die Zahlen zeigen die Bedeutung von Wasserkompetenz deutlich: Weltweit ertrinken jährlich rund 300.000 Menschen. In Österreich kommen im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre etwa 42 Menschen pro Jahr durch Ertrinken ums Leben. Besonders betroffen sind Niederösterreich und Oberösterreich. Rund neun Prozent der Opfer sind Kinder, etwa die Hälfte ist zwischen 15 und 64 Jahre alt, 41 Prozent sind über 65 Jahre.


Ein wichtiger Punkt: Ertrinken bleibt oft unbemerkt. Menschen in akuter Lebensgefahr können meist nicht laut um Hilfe rufen oder deutlich auf sich aufmerksam machen, da der Körper mit dem Überlebenskampf beschäftigt ist.


Wer die eigenen Fähigkeiten verbessern oder anderen helfen möchte, kann sich beispielsweise bei der Österreichischen Wasserrettung über Schwimm- und Rettungsschwimmkurse informieren.
 


 

Auch sichere Schwimmer müssen vorsichtig sein

 

Gute Schwimmkenntnisse sind wichtig – sie ersetzen aber nicht die notwendige Vorsicht. Beachten Sie daher folgende Tipps:

  • Bleiben Sie beim Schwimmen möglichst in Sichtweite anderer Personen.
  • Halten Sie die Baderegeln der Wasserrettung ein.
  • Verwenden Sie bei längeren Schwimmstrecken eine Schwimmboje.
  • Beachten Sie die besonderen Gefahren von Seen, Flüssen und dem Meer.
  • Kühlen Sie sich vor dem Schwimmen langsam ab – starke Temperaturunterschiede können den Kreislauf belasten.
  • Überschätzen Sie Ihre Ausdauer nicht.
     


 

Kinder brauchen am Wasser besondere Aufmerksamkeit

 

Kinder lieben Wasser – gleichzeitig gehören sie zu den besonders gefährdeten Gruppen. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann ausreichen: Kinder können innerhalb weniger Sekunden in eine lebensbedrohliche Situation geraten – auch in sehr flachem Wasser.


Bei einem Ertrinkungsunfall zählt jede Minute. Bereits nach kurzer Zeit unter Wasser kann es zu Bewusstlosigkeit und schweren gesundheitlichen Folgen kommen.


Deshalb gilt:

  • Lassen Sie Kinder niemals unbeaufsichtigt am oder im Wasser spielen.
  • Suchen Sie bei einem vermissten Kind sofort am und im Wasser.
  • Sichern Sie private Swimmingpools, Biotope und Schwimmteiche.
  • Leeren Sie Planschbecken nach der Nutzung aus.
  • Erklären Sie Kindern zusätzliche Gefahren wie Strömungen oder unbekannte Gewässer.
     

Wichtig zu wissen: Schwimmflügel, Schwimmreifen, Luftmatratzen oder aufblasbare Tiere sind Schwimmhilfen, aber kein Schutz vor dem Ertrinken. Sie können eine sichere Begleitung und Aufsicht nicht ersetzen.
 


 

 Unfallgefahr besteht auch im Schwimmbad

 

Nicht jeder Badeunfall endet mit einem Ertrinken. Viele Verletzungen passieren in Schwimmbädern – etwa durch Stürze, Zusammenstöße oder falsches Verhalten beim Springen und Rutschen.


Laut KFV müssen in Hallen- und Freibädern jährlich mehr als 4.000 Menschen nach Unfällen sogar im Krankenhaus behandelt werden.


Mit diesen einfachen Maßnahmen können Sie Verletzungen vermeiden:

  • Gehen Sie auf nassen Flächen langsam und aufmerksam.
  • Achten Sie auf Stolperstellen und Hindernisse.
  • Nehmen Sie auf Wasserrutschen Rücksicht auf andere Badegäste.
  • Springen Sie nur dort ins Wasser, wo es erlaubt und ausreichend Platz vorhanden ist.
     


 

Gut abgesichert in die Badesaison starten

 

Ein Badeunfall ist nicht nur körperlich belastend – auch finanzielle Folgen können entstehen. Viele Unfälle beim Baden zählen zu den Freizeitunfällen und sind daher nicht automatisch durch die gesetzliche Unfallversicherung gedeckt.


Besonders wichtig: Manche Personengruppen, darunter Pensionistinnen und Pensionisten, Kleinkinder oder Erwerbslose, verfügen über keinen gesetzlichen Unfallschutz. Auch bei Kindern wird ein wichtiger Punkt oft übersehen: Mit dem Schuleintritt können bestimmte kostenlose Unfallversicherungen außerhalb der Schule enden – beispielsweise Leistungen, die über Familienangebote des Landes Oberösterreich bestehen.


Ein persönlicher Unfallversicherungsschutz kann daher eine wichtige Ergänzung sein, um finanzielle Risiken abzufedern.
 


 

Mit Sicherheit ins Wasser

 

Wasser soll Freude machen – mit der richtigen Vorbereitung und etwas Aufmerksamkeit steht einem sicheren Sommer nichts im Weg. Achten Sie auf sich selbst, auf Ihre Mitmenschen und besonders auf Kinder. Denn oft entscheiden kleine Vorsichtsmaßnahmen darüber, ob ein Badeausflug unbeschwert bleibt.


Die Oberösterreichische Versicherung wünscht Ihnen einen schönen, sicheren und unfallfreien Sommer – und viel Freude beim Schwimmen!
 

 

 

Quellen: 

KFV: „KFV warnt anlässlich steigender Temperaturen vor Bade-Unfällen – pro Jahr ertrinken rund 42 Menschen in Österreich“, https://www.kfv.at/kfv-warnt-anlaesslich-steigender-temperaturen-vor-bade-unfaellen-pro-jahr-ertrinken-rund-42-menschen-in-oesterreich/
OÖV: „Ertrinken bei Kindern: 8 sichere Baderegeln“, https://www.versich.at/blog/detail/ertrinken-bei-kindern-8-baderegeln/
Öffentliches Gesundheitsportal Österreich: „Erste Hilfe bei Ertrinken“, URL: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/erste-hilfe/notfaelle/ertrinken.html