So verhalten Sie sich richtig, wenn es im Ausland kracht
Erst vor kurzem berichteten mehrere Medien über aktuelle Reisestudien, die zeigen: Sicherheit spielt bei der Urlaubsplanung eine immer größere Rolle. Das Auto bleibt damit eines der beliebtesten Verkehrsmittel für den Sommerurlaub.
Doch so schön die Fahrt in den Urlaub auch ist: Ein Verkehrsunfall kann die Erholung innerhalb von Sekunden beenden. Besonders im Ausland kommen häufig Sprachbarrieren, unbekannte Vorschriften und unterschiedliche rechtliche Regelungen hinzu. Umso wichtiger ist es, auch in einer Ausnahmesituation einen kühlen Kopf zu bewahren.
Ich habe die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst.
© reinhard winklerUnser Experte GD Othmar Nagl zum Thema
Vor der Abfahrt: Das Fahrzeug urlaubsfit machen
Eine gute Vorbereitung reduziert das Risiko von Pannen und Unfällen erheblich.
Vor Reiseantritt sollten Sie:
- Ihr Fahrzeug in einer Werkstatt überprüfen lassen.
- Verbandspaket, Warndreieck und Warnweste kontrollieren.
- Reifendruck, Motorölstand und Beleuchtung prüfen.
- Kindersitze auf korrekten Einbau überprüfen.
- Sich über die Verkehrsvorschriften Ihres Reiselandes informieren.
Gerade bei Fahrten ins Ausland empfiehlt sich außerdem ein Blick auf die jeweiligen Mitführpflichten. Diese unterscheiden sich teilweise deutlich von den österreichischen Regelungen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Sommerliche Hitze erhöht die Unfallgefahr. Planen Sie regelmäßige Pausen ein, trinken Sie ausreichend Wasser und vermeiden Sie lange Fahrten in den heißesten Stunden des Tages.
Wenn es gekracht hat: Die fünf wichtigsten Schritte
1. Unfallstelle absichern
Die Sicherheit aller Beteiligten hat oberste Priorität.
- Warnblinkanlage einschalten.
- Warnweste anziehen.
- Warndreieck in ausreichender Entfernung aufstellen.
- Nach Möglichkeit Zeugen ansprechen.
2. Erste Hilfe leisten und Polizei verständigen
Gibt es Verletzte, müssen sofort Rettungskräfte alarmiert und Erste Hilfe geleistet werden.
Auch bei Sachschäden empfiehlt sich häufig die Verständigung der Polizei. In einigen Ländern – etwa Kroatien, Slowenien, Ungarn oder Tschechien – ist ein Polizeiprotokoll zudem oft Voraussetzung für die spätere Schadensabwicklung.
Lassen Sie sich daher immer eine Kopie der Unfallaufnahme aushändigen.
3. Beweise sichern
Eine sorgfältige Dokumentation erleichtert die spätere Schadensregulierung erheblich.
Dazu gehören:
- Fotos der Unfallstelle aus verschiedenen Perspektiven.
- Bilder aller Fahrzeugschäden.
- Dokumentation von Bremsspuren und Verkehrszeichen.
- Daten des Unfallgegners und dessen Versicherung.
Wichtig: Geben Sie vor Ort niemals ein Schuldeingeständnis ab. Die Haftungsfrage sollte immer durch die zuständigen Stellen geklärt werden.
4. Europäischen Unfallbericht ausfüllen
Der Europäische Unfallbericht hilft dabei, den Hergang standardisiert festzuhalten.
Füllen Sie das Formular gemeinsam mit dem Unfallgegner aus und unterschreiben Sie nur jene Angaben, die Sie vollständig verstehen und nachvollziehen können.
Sind Sie verletzt gilt außerdem: Suchen Sie möglichst sofort einen Arzt auf. Die medizinische Dokumentation im Reiseland ist oft entscheidend für spätere Schadenersatz- oder Schmerzensgeldansprüche.
5. Versicherung informieren
Melden Sie den Unfall so rasch wie möglich Ihrer Versicherung – selbst dann, wenn Sie überzeugt sind, keine Schuld zu tragen.
Internationale Haftungsfragen können komplex sein. Ihr Versicherer unterstützt Sie bei der Schadenabwicklung und wehrt gegebenenfalls unberechtigte Ansprüche ab.
Die Grüne Versicherungskarte nicht vergessen
Wer mit dem Auto ins Ausland reist, sollte rechtzeitig die Grüne Versicherungskarte beantragen. Sie dient als internationaler Nachweis einer bestehenden Kfz-Haftpflichtversicherung.
Bitte beachten Sie:
- Die Zusendung erfolgt an die in der Polizze hinterlegte Adresse.
- Die „Große Grüne Karte“ erhalten Sie über Ihren Berater.
Über unser Kundenportal Click können Sie die „Kleine Grüne Karte“ besonders schnell bestellen.
Zusätzlicher Schutz für die Urlaubsreise
Wer mit dem eigenen Fahrzeug verreist, sollte auch über eine Reise-Vollkaskoversicherung nachdenken.
Diese kann für die Dauer des Urlaubs abgeschlossen werden und bietet finanziellen Schutz bei Unfallschäden, Diebstahl und vielen weiteren Schadenfällen. Bei der Oberösterreichischen Versicherung kann man die Reise-Vollkasko auch kurzfristig online abschließen.
Weiters empfehlen wir den Keine Sorgen Schutzengel. Schließlich ist es beruhigend, einen verlässlichen Begleiter an seiner Seite zu wissen, der im Schadensfall rund um die Uhr unterstützt – etwa bei der Schadensaufnahme sowie bei der Organisation von Unfallbergungen und Rücktransporten.
Auch eine Kfz-Rechtsschutzversicherung kann auf Reisen wertvolle Unterstützung leisten. Sie hilft dabei, eigene Ansprüche nach einem Unfall im Ausland durchzusetzen und sorgt dafür, dass man bei rechtlichen Fragen nicht auf sich allein gestellt ist. Ergänzenden Schutz bietet eine Reiseunfallversicherung, die finanzielle Leistungen bei Dauerinvalidität oder im Todesfall infolge eines versicherten Unfalls vorsieht.
So können Sie Ihren Urlaub entspannter genießen – und sind auch dann abgesichert, wenn unterwegs einmal nicht alles nach Plan läuft.

