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Ein Beitrag von unseren Expert:innen: GD Nagl zur unfallfreien Gartenarbeit

Gartenarbeit ist für viele entspannend, aber auch hier passieren viele Unfälle durch Unachtsamkeit. Häufig lässt nach einem langen Arbeitstag die Konzentration nach, oder Tätigkeiten werden „im Autopilot“ erledigt.

Gartenarbeit ist manchmal nicht nur entspannend

 

Schon oft habe ich über Haushaltsunfälle als eine der häufigsten Unfallursachen berichtet. Doch auch die Arbeit im Garten birgt zahlreiche Risiken. Mir ist es ein persönliches Anliegen, auf solche vermeidbaren Unfälle aufmerksam zu machen und zu zeigen, wie man ihnen wirksam vorbeugen kann.
 

© reinhard winkler

Unser Experte GD Othmar Nagl zum Thema

 

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) sind die Unfälle bei Arbeiten in Heim und Garten im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um knapp 20 Prozent gestiegen. Insgesamt mussten 334.500 Menschen nach Haushaltsunfällen im Spital behandelt werden. Allein 26.400 dieser Unfälle ereigneten sich bei Arbeiten in Heim und Garten. Besonders in den Monaten März bis Oktober kam es zu rund 18.600 Gartenunfällen.
 


 

Im Garten lauern zahlreiche Gefahrenquellen. Dazu zählen etwa:

  • Rutschige Oberflächen aus Holz oder Stein
  • Stolper- und Sturzfallen, etwa auf Stiegen oder rund um Pools
  • Stürze, die besonders für ältere Menschen gefährlich sein können
  • Unfälle mit Kindern, die beim Spielen unabsichtlich in Arbeitsbereiche geraten

     

Daher gilt:

  • befestigen Sie Handläufe und verwenden Sie Anti-Rutsch-Streifen
  • sorgen Sie für ausreichend Beleuchtung
  • vermeiden Sie, wenn möglich, Türschwellen 
  • lassen Sie Kinder nie unbeaufsichtigt am oder im Wasser spielen
     

 

Hinweise für die Gartenarbeit:

 

Auch bei der Gartenarbeit selbst passieren viele Unfälle durch Unachtsamkeit. Häufig lässt nach einem langen Arbeitstag die Konzentration nach, oder Tätigkeiten werden „im Autopilot“ erledigt.
 

Eine aktuelle Umfrage des KFV zeigt: Rund 72 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher verrichten regelmäßig Gartenarbeiten. Laut einer dazugehörigen Studie ereignen sich etwa 37 Prozent der Unfälle zwischen 15 und 17 Uhr. Besonders betroffen sind Menschen über 65 Jahre – sie machen mehr als 60 Prozent der Verletzten aus.


 


 

Um solchen Unfällen vorzubeugen, sollten Sie daher:

 

  • regelmäßig Pausen einlegen
  • genügend Wasser trinken
  • vor Arbeitsbeginn einen kurzen Sicherheitscheck durchführen und Risiken bewusst einschätzen

 

Zu den häufigsten Verletzungen zählen Knochenbrüche mit 54 Prozent sowie offene Wunden mit 24 Prozent. Besonders Stürze und Schnittverletzungen stellen eine große Gefahr dar. Im Umgang mit Geräten kann es zudem rasch zu schweren Verletzungen kommen. Am häufigsten betroffen sind die Hände mit 31 Prozent, gefolgt von den Füßen.

 


 

 

Viele dieser Unfälle lassen sich jedoch mit einfachen Maßnahmen vermeiden. Das KFV empfiehlt:

 

  • Stolperfallen beseitigen: Achten Sie darauf, dass Werkzeuge, Äste oder Schläuche nicht im Arbeitsbereich herumliegen.
  • Leitern sicher aufstellen: Sorgen Sie für einen festen Untergrund, den richtigen Anstellwinkel und bitten Sie jemanden die Leiter zu halten.
  • Passende Schutzausrüstung: Handschuhe, festes Schuhwerk, Schutzbrille und Schnittschutzhose (je nach Tätigkeit) sind wichtig.
  • Geräte stromlos machen: Ziehen Sie den Netzstecker, bevor Sie Geräte warten oder reinigen.
  • Warnsignale des Körpers ernst nehmen: Gönnen Sie sich Pausen und achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Unterstützung holen: Lassen Sie sich bei schwereren Arbeiten im Garten helfen.
  • Erste-Hilfe-Set griffbereit halten: Damit Sie bei kleineren Verletzungen rasch reagieren können.

 

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude beim sicheren Werken an der frischen Luft.

 

 

Quellen:

KFV: Unfallstatistik 2025, URL: https://www.kfv.at/unfallbilanz-824-400-verletzte-in-oesterreichs-spitaelern-durch-unfaelle/

KFV: „Rund 37 Prozent aller Gartenunfälle passieren zwischen 15:00 und 17:00 Uhr“, 2. April 2026, URL: https://www.kfv.at/rund-37-prozent-aller-gartenunfaelle-passieren-zwischen-1500-und-1700-uhr/