Grundsätzlich gelten Lithium-Ionen-Akkus als sicher. Werden sie jedoch beschädigt, überhitzt oder sind technisch fehlerhaft, kann es zum sogenannten thermischen Durchgehen kommen: Der Akku erhitzt sich unkontrolliert weiter und kann in Brand geraten oder explodieren. Für Einsatzkräfte sind solche Brände besonders herausfordernd, da chemische Prozesse im Akku die Reaktion aufrechterhalten und eine Wiederentzündung möglich ist.
„Die meisten Akkubrände lassen sich durch einen bewussten und sorgfältigen Umgang vermeiden“, erklärt Generaldirektor Othmar Nagl von der Oberösterreichischen Versicherung. „Wer Warnzeichen erkennt, auf geprüfte Produkte setzt und Akkus richtig lädt und lagert – und ausgediente Akkus auch richtig entsorgt, kann das Brandrisiko deutlich reduzieren.“
Auf Warnzeichen achten
Häufige Ursachen für Akkubrände sind mechanische Beschädigungen – etwa nach Stürzen –, extreme Temperaturen, ungeeignete Ladegeräte oder defekte Akkus. Alarmzeichen wie ein aufgeblähter Akku, Verformungen, Verfärbungen, ungewöhnliche Hitzeentwicklung oder ein chemischer Geruch sollten ernst genommen werden. Betroffene Geräte dürfen nicht weiterverwendet werden und sollten fachgerecht überprüft oder ebenso fachgerecht entsorgt werden.
Mit wenigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken:
• Nur hochwertige, geprüfte Akkus und vom Hersteller freigegebene Ladegeräte verwenden.
• Geräte auf nicht brennbaren Unterlagen laden und nicht dauerhaft unbeaufsichtigt am Strom lassen.
• Akkus vor extremer Hitze, Kälte und Feuchtigkeit schützen.
• Beschädigte oder aufgeblähte Akkus nicht mehr verwenden.
• Lithium-Ionen-Akkus niemals im Hausmüll entsorgen, sondern bei Sammelstellen abgeben.
Im Brandfall richtig handeln
Kommt es dennoch zu einem Akkubrand, hat die eigene Sicherheit oberste Priorität. Die Oberösterreichische Versicherung empfiehlt, sofort die Feuerwehr zu verständigen und Abstand zu halten. Kleine Entstehungsbrände können – sofern keine Gefahr besteht – mit viel Wasser gekühlt werden. Größere Brände sollten aufgrund der hohen Temperaturen, gesundheitsschädlicher Rauchgase und der Gefahr einer Wiederentzündung ausschließlich von der Feuerwehr bekämpft werden.
Auch finanziell können Akkubrände erhebliche Folgen haben. Brand- und Explosionsschäden sind meist über die Haushaltsversicherung gedeckt. Je nach Schadenfall können auch eine private Unfallversicherung oder bei Fahrzeugen die Kaskoversicherung Leistungen übernehmen.
„Prävention ist der beste Brandschutz“, so Nagl. „Der richtige Umgang mit Akkus schützt nicht nur unsere Geräte, sondern vor allem uns selbst, unsere Familien und unser Zuhause.“
Ausführlichere Informationen finden Sie im Blogbeitrag zum Thema Akkubrände und wie Sie sich vor der unterschätzten Gefahr schützen können.
